Factoring und Inkasso für eine Verbesserung der Liquidität

Inkasso und Factoring durch externe Finanzdienstleister unterstützen Unternehmen dabei, Forderungen in Liquidität zu verwandeln. Dabei bestehen zwischen beiden Verfahren erhebliche Unterschiede in Bezug auf den Umfang und den Zeitpunkt der Leistungserbringung.

Außenstände als Liquiditätsproblem
Es ist weit verbreitet, dass Kunden fällige Rechnungen nicht bezahlen, obwohl sie die zugrunde liegende Lieferung oder Leistung beansprucht haben. Als Folge geraten die Unternehmen selbst in Verzug, weil sie ihre Lieferanten nicht bezahlen können und so ihre eigene Kreditwürdigkeit gefährden. Doch auch bei pünktlichem Zahlungseingang steht das Budget erst nach ein paar Wochen zur Verfügung, so dass häufig Geld zur Vorfinanzierung neuer Aufträge fehlt.

Inkasso für überfällige Forderungen
Inkassounternehmen werden anders als beim Factoring erst mit der Forderungseintreibung beauftragt, wenn die Mahnungen des Unternehmens ohne Erfolg blieben. Bei einem Inkassoverfahren wird der säumige Kunde zunächst im Rahmen des außergerichtlichen Mahnverfahrens aufgefordert, seine Außenstände abzulösen. Neben Mahnschreiben erfolgen auch Anrufe und persönliche Besuche der Mitarbeiter des Inkassounternehmens, um den Druck auf den Schuldner zu erhöhen. Gehen während des vereinbarten Zeitraums dennoch keine Zahlungen ein, leitet das Inkassounternehmen auf Wunsch des Gläubigers das gerichtliche Mahnverfahren ein. In diesem Gerichtsverfahren wird ein Vollstreckungsbescheid angestrebt, der die Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners ermöglicht.

Factoring für einen schnellen Forderungsumschlag
Während Inkasso nur bei überfälligen Außenständen genutzt wird, entscheiden sich Unternehmen beim Factoring grundsätzlich für die Forderungsbetreuung durch einen externen Spezialisten. Sie verkaufen entweder den gesamten Forderungsbestand oder einen klar abgegrenzten Teil desselben an einen Finanzdienstleister, der das Factoring übernimmt. Der Gegenwert der Forderungen wird dem Unternehmen beim Factoring unmittelbar nach der Rechnungsstellung überwiesen. Dabei wird ein niedriger, einstelliger Prozentsatz als Provision für das Factoring abgezogen. Auf diese Weise verschafft Factoring den Unternehmen nicht nur einen erheblichen Liquiditätsvorteil, sondern gewährleistet auch die Planbarkeit von Zahlungseingängen. Mittelbar führt Factoring zu einer Verbesserung der Bonität und niedrigeren Refinanzierungskosten bei Banken.

 

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