Riester-Rente lohnende Anlageform?

Genau ein Jahrzehnt ist es her, dass mit der Einführung der Riester-Rente Angestellten erstmals die Möglichkeit einer privaten Vorsorge mit staatlicher Unterstützung gewährt wurde. Mit Beginn des 11. Jahres nun, wurde vielfach von Experten Bilanz gezogen. Auch ein Blick gen Zukunft wird gewagt, und zudem eine Beurteilung der teilweisen Änderungen, die der Januar mit sich brachte.

Das enttäuschende allgemeine Fazit: Die Riester-Rente zur Förderung der finanziellen Altersvorsorge wirft keine so lohnende Rendite ab wie andere Geldanlagen, auf die private Anleger zurückgreifen können und sollten. Für wen das Geschäft mit der staatlichen Vorsorge allerdings einträglich war, waren bislang die Anbieter: Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften und andere Finanzinstitute, die die Verträge an den Mann bzw. die Frau brachten, konnten sich mit rund 15 Prozent aller Sparbeiträge insgesamt über eine Summe in Höhe von fast sechs Milliarden Euro an Provisionszahlungen und Administrationsgebühren freuen. So zumindest nach Berechnungen der Fachzeitschrift Finanztest. Das heißt allerdings nicht, dass die Riester-Rente nicht auch Vorteile hat und für einige einzelne Arbeitnehmer durchaus Vorteile aufweist. Dennoch haben all diejenigen, die nicht noch im Jahr 2011 ein solches Sparen abgeschlossen haben, in einigen Punkten gegenüber zu alten Konditionen Versicherten das Nachsehen. So wird die erste Zahlung erst mit Eintritt in das 63. Lebensjahr vorgenommen und darüber hinaus ist ein Mindest-Einzahlungsbetrag von 60 Euro im Jahr vorgeschrieben.

Dennoch: Trotz aller Vorgaben, die die jeweiligen Finanzinstitute beim Angebot der Riesterrente einzuhalten haben, gibt es große Unterschiede zwischen den Angeboten, und wer nicht Geringverdiener ist, für den mag sich ein Blick auf die Förderung im Endeffekt dennoch auszahlen. Damit die guten von den schlechten Offerten unterscheiden werden können, fordern Experten die betroffenen Regierungsmitglieder zum Handeln auf: Mehr Transparenz solle von den Anbietern beider Vertragsgestaltung verlangt werden. So könne sich die Geldanlage zumindest für einige wenige auch innerhalb der kommenden Jahre noch rentieren.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Altersvorsorge und getaggt als , , , , , , , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

2 Responses to Riester-Rente lohnende Anlageform?

  1. Das Thema Riester kenne ich noch aus meiner Bankzeit, als damals die Victoria vor den offiziellen Zertifizierungen bereits Riestersparer verkaufte. Die Idee ist grundsätzlich gut, auch wenn die politischen Hintergründe des Zustandekommens für mich ein wenig zweifelhaft sind. Aus meiner Sicht ist das Hauptproblem, dass durch die Garantie auf die eingezahlten Beiträge und Förderungen, alle Anbieter praxisfähige Konzepte entwickeln mussten, die auch bei schwankenden Investments die Garantie sichern. Nachdem durch die Finanzkrise diese Konzepte wirklich auf den Prüfstand gestellt wurden und viele durchgefallen sind, ist das einer der entscheidenden Faktoren. Das eine kapitalbildende Riesterversicherung häufig nur eine Minimalrendite unter Inflationsniveau bietet, ist ja leider die bittere Realität. Also kommen nur fondsgebundene Produkte in Frage. Und da sind die Berechnungen der meisten Gesellschaften absolut fahrlässig. Dort werden meist auch die eingesetzten Garantiefonds und der Deckungsstock der Versicherungen mit Renditen von teilweise 6% hochgerechnet, obwohl historisch gesehen, aus momentaner Sicht, nur Aktienfonds dies nachhaltig leisten können. Es werden also Versprechen gegeben, die nicht gehalten werden können. Und das ist mal wieder typisch für die Finanzbranche. Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Anbieter, die dieses Problem wirklich im Griff haben- und dort sehen auch die Ergebnisse während der jetzigen Finanzkrise verünftig aus. Sehr traurig!

  2. Pingback: Riester-Rente – Story im Ersten – Das Riester-Dilemma » Hilfe bei Ihren Finanzen