Was ist der Igel-Monitor?

Auf der Seite igel-monitor.de können sich Versicherte mit einem Mausklick über den Nutzen oder den Schaden der in den Arztpraxen angebotenen individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) informieren. Vor gut einem Jahr wurde die vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) entwickelte Plattform im Internet der interessierten Öffentlichkeit als Informationsmedium zur Verfügung gestellt. Von dem Angebot wird reger Gebrauch gemacht.

Igel-Monitor bietet Entscheidungshilfen

Dr. Peter Pick ist Geschäftsführer des MDS. Nach einem Jahr Beratungsangebot durch den IGeL-Monitor stellt Dr. Pick fest, dass das Bedürfnis, sich kompetent zu informieren unter den Versicherten nach wie vor sehr groß ist. Versicherte sollen eigenständig entscheiden können, welche IGeL-Leistungen sie wirklich in Anspruch nehmen wollen. Eine solche Entscheidung kann nur ein informierter Patient treffen. Der IGeL-Monitor will über den Nutzen oder über einen möglichen Schaden aufklären, der in Folge einer Untersuchung oder einer Behandlung im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) auftreten kann. Die Informationen zu den individuellen Gesundheitsleistungen sind wissenschaftlich belegt, transparent und verständlich. Die Entscheidungshilfen stehen jedem Versicherten zur Verfügung. Der IGeL-Monitor leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zur sachlichen Aufklärung von Patienten.

Der Markt der individuellen Gesundheitsleistungen steigt seit Jahren stetig an. Wie eine Umfrage des wissenschaftlichen Instituts der AOK ergab, wurden im Jahr 2012 IGeL-Leistungen in Höhe von 26,2 Mio. Euro von den Ärzten an ihre Patienten verkauft, neben den eigentlichen Behandlungen und Therapien auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei dieser Entwicklung ist es unverzichtbar, den Versicherten und Patienten ein Instrument des Verbraucherschutzes zur Verfügung zu stellen. Wie Dr. Pick feststellte, schneiden zahlreiche IGeL-Leistungen bei der Bewertung durch den IGeL-Monitor nicht gut ab.

Schadensbilanz meist negativ oder zumindest unklar

Der IGeL-Monitor hat bisher 30 der am häufigsten angebotenen Leistungen bewertet. Die Mehrzahl der Angebote weist eine negative oder tendenziell negative bis unklare Schadensbilanz auf. Nur drei von 30 Leistungen erhielten eine „tendenziell positive“ Bewertung. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass die Betroffenen sich Rat holen können, ob die in der Arztpraxis angebotenen kostenpflichtigen IGeL-Leistungen tatsächlich sinnvoll sind.

 

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